Was bedeutet Wartezeit im Arbeitsrecht?

Ist das Arbeitsverhältnis frisch, so ist der Ablauf bestimmter Fristen die Voraussetzung für Eintritt wichtiger Rechte des Arbeitnehmers.

Diese Fristen bezeichnet man als Wartezeit.

Das bedeutet konkret: der Arbeitnehmer hat eine im Gesetz genau definierte Zeit abzuwarten, um gegenüber dem Arbeitgeber bestimmte Rechte geltend machen zu dürfen.

Die Wartezeit sehen beispielsweise Entgeltforzahlungsgesetz, Kündigungsschutzgesetz und Bundesurlaubsgesetz vor.

  • So hat der Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber im Falle der Krankheit in den ersten 4 Wochen der Beschäftigung kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
  • Wird der Arbeitnehmer in den ersten 4 Wochen seiner Beschäftigung krank, so bekommt er anstatt der Fortzahlung seines Entgeltes das Krankengeld von seiner Krankenkasse.
  • Die Schutzvorschriften des Kündigungsschutzgesetzes greifen erst nach dem 6-monatigen Bestehen des Arbeitsverhältnisses. Zudem müssen die übrigen Voraussetzungen für die Anwendung des Kündigungsschutzgesetes vorliegen.
  • Der volle Urlaubsanspruch wird nur dann erworben, wenn der Arbeitnehmer eine 6-monatige Wartezeit des Bundesurlaubsgesetzes erfüllt hat.