Muss der nicht genommene Urlaub ausbezahlt werden?

Die Antwort lautet: Nein.

Denn der Urlaub dient in erster Linie der Erholung.

Nur in Ausnahmefällen – wie z.B. bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses – hat der Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsabgeltung und bekommt statt Urlaubstage bares Geld.

Der zur gegebenen Zeit nicht genommene Urlaub kann verfallen.

Beispiel:

Arbeitnehmer Fleißig aus Stuttgart hat eine 5-Tage-Arbeitswoche und einen Mindesturlaub von 20 Tagen. Im Jahr 2011 verbringt er zwei Wochen an der Nordsee und geht eine Woche Ski fahren. Hiermit verbraucht er lediglich 15 Tage seines Urlaubsanspruches.

Die restlichen Tage verfallen und können somit weder ausbezahlt noch genommen werden.

Liegen dringende betriebliche Gründe vor oder ist der Arbeitnehmer Fleißig krank und der Urlaub kann deswegen nicht genommen werden, so sieht das Bundesurlaubsgesetz eine Übertragung des Urlaubes in das nächste Kalender Jahr vor.

Im Fall der Übertragung muss der Urlaub jedoch bis zum 31. März des nächsten Folgejahres genommen werden.

Nach der aktuellen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes lautet die Ausnahme hier: Der Arbeitnehmer Fleißig war im Jahr 2011 bis einschließlich 31.03.2012 ununterbrochen krank und konnte deswegen den Urlaub nicht nehmen.

In diesem Fall kann der Urlaub bei Genesung des Arbeitnehmers auch nach dem 31.03. des Folgejahres genommen werden. Endet das Arbeitsverhältnis des Arbeitnehmers Fleißig, ohne dass er wieder gesund wird, muss sein Arbeitgeber den Urlaub ausbezahlen.