Ein „Trick“, der die Kündigung erstmal verschwinden lässt …

Folgender Fall:

Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbaren eine Probezeit von sechs Monaten. Es gilt eine kurze Kündigungsfrist von zwei Wochen.

Am letzten Tag des sechsten Monats erhält der Arbeitnehmer eine Kündigung, die das Arbeitsverhältnis in zwei Woche beenden soll. Die Kündigung ist von einem Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung mit dem Kürzel i.V. unterschrieben und nicht von dem Chef höchstpersönlich.

Mit dem Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung hatte der Arbeitnehmer bisher nichts zu tun.

Er fragt sich, ob der Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung ihn überhaupt kündigen darf und weist kurzerhand am nächsten Tag schriftlich die Kündigung wegen fehlender Vorlage der Originalvollmacht – unterzeichnet von Chef – zurück (vgl. § 174 BGB).

Durch diesen Trick wird die Kündigung unwirksam.

Der Arbeitgeber kann zwar erneut kündigen. In Genuss der kurzen Kündigungsfrist während der Probezeit kommt er nicht mehr.

Außerdem greift nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses das Kündigungsschutzgesetz. Für eine Kündigung benötigt der Arbeitgeber dann einen Grund.

Da kann schon ein rein formaler Fehler sehr teuer werden!